Fidele Musikanten nach Japan

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1. September 2017
Fidele Musikanten nach Japan
 Begonnen haben sie als Blasmusiker, heute greifen sie auch zur E-Gitarre – die „Fidelen Musikanten“ um Michael Förtsch. Für 2013 planen sie Auftritte in Japan und wieder beim Pfingstfest am Gründungsort Nikolauskloster. (Von Karin Verhoeven)

Neues rund um Michael Förtsch, der seit 37 Jahren in seiner Freizeit die „Fidelen Musikanten“ leitet. „In solch‘ einer langer Zeit entwickelt man sich weiter“, sagt der in Damm lebende Mathe- und Musiklehrer vom St. Bernhard Gymnasium in Schiefbahn. War die Gruppe einst ein Synonym für Egerländer und Böhmische Blasmusik, so greifen die bis zu acht Musiker und Sänger Jan Schroers nun auch zur E-Gitarre. „So sind wir flexibler, etwas kostengünstiger und können Wünsche nach Partyhits ebenso erfüllen wie nach unserem traditionellen Repertoire“, erläutert Michael Förtsch.

Dass die Gruppe das Zelt beben lässt, war etwa beim Heimatfest in Damm zu erleben. Und im vergangenen Jahr bei der Oktoberfest-Wellentour von WDR 4 auf der „MS RheinEnergie“ waren die „Fidelen Musikanten“ in neuer Formation als „WDR 4-Oktoberfest-Kapelle“ an Bord. In diesem Jahr konnte der Sender die „Fidelen Musikanten“ dafür nicht erneut verpflichten, andere Termine waren geplant. Doch 2013 werden sie beim WDR 4-Oktoberfest wieder aufspielen.

 

Fast wäre die Band vom linken Niederrhein für drei Wochen auf eine lukrative Japan-Tournee gegangen. „Wir sind alle Lehrer und haben wegen unserer Schüler darauf verzichtet“, erläutert Michael Förtsch. Doch die Japaner haben bereits für das kommende Jahr angefragt. Und auch im Nikolauskloster selbst werden die „Fidelen Musikanten“ erstmals seit fünf Jahren fürs Pfingstfest 2013 engagiert.

Im Nikolauskloster hatte Förtsch vor 33 Jahren Abitur gemacht: „Im Frankenwald gab es für keine Möglichkeit, ein Gymnasium zu besuchen. Es gab nicht mal einen Bus in die nächste Kreisstadt.“ Seine einzige Chance: ein Internat in Kulmbach zu besuchen. Dies leiteten die Oblaten-Patres mit Pater Heinrich Mayer als Chef. Förtsch, damals 17-jähriger Gitarrist in der Schülerband, folgte Mayer, als dieser ins Nikolauskloster versetzt wurde – sein Schulfreund Christoph Fröba ebenso. Gemeinsam überlegten sie, für das Internat des Nikolausklosters zu werben. Die Antwort: Egerländer Blasmusik. „Meine Mitschüler kannten noch nicht mal Noten, geschweige ein Instrument“, erinnert sich Förtsch. Er probte intensiv drei Tage lang, zur Kinderkommunion in Damm gelang die Premiere“. Dies war der Auftakt zu einem Siegeszug der „Fidelen Musikanten“ – vielleicht bis nach Japan.

(NGZ/ac)